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Der Erdgott Geb und die Himmelsgöttin Nut entwickelten eine heimliche Liebe füreinander - heimlich deswegen, da Nut die Gattin des höchsten aller Götter Ra war. Dieser sah mit einigem Unwillen auf die Liebschaft seiner Gemahlin, nicht nur aus Eifersucht, sondern auch, da Nut die Fähigkeit hatte, neuen Göttern das Leben zu schenken - und je mehr Götter es gab, desto komplizierter wurden die Beziehungen der Himmlischen untereinander.
Doch auch unter den Göttern gilt, dass Liebe kein Hindernis kennt und so fanden Geb und Nut letztlich zueinander und tatsächlich wurde die Himmelsgöttin mit fünf Kindern schwanger. Erbost verfluchte Ra seine eigene Frau und bestimmte, dass sie in keinem Monat des Jahres in der Lage sein sollte, diese Kinder auch zur Welt zu bringen.
Doch Thoth, der Gott der Wissenschaft, hatte Mitleid mit Nut. Er suchte den Mondgott Khensu auf und schlug ihm eine Partie des Brettspiels senet vor, das er gewann. Der Einsatz, den er von dem Mondgott verlangt hatte, war der 70ste Teil seines Lichtes - die Legende erklärt somit ganz nebenbei, weswegen der Mond zu- und abnimmt, denn Khensu versucht auf diese Weise, den durch das Spiel verlorenen Lichtanteil auszugleichen und jeden Teil der Mondscheibe trotzdem leuchten zu lassen.
Thoth hatte nicht ohne Grund um so einen sonderbaren Einsatz gespielt: er benutzte das gewonnene Mondlicht, um dem Jahr fünf zusätzliche Tage zu geben, die zu keinem der bisherigen Monate gehörten. In dieser Zeit, auf die Ra sich mit seinem praktischerweise sehr genau formulierten Fluch nicht hatte beziehen können, brachte Nut ihre fünf Kinder zu Welt: Osiris, Heru-Ur, Set, Isis und Nephthys.
Die Liebesgeschichte von Nut und Geb fand damit vorerst ein Ende, denn Ra befahl dem Gott des Himmels Shu, sich zwischen die beiden zu stellen, damit sie nie wieder zueinander finden und weitere Kinder zeugen könnten.
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Thoth
Er repräsentiert mathematisches und wissenschaftliches Weisheit. Er besitzt drei Bücher, in denen das gesamte Wissen des Universums verzeichnet ist, hält sie jedoch gut verborgen und gestattet nur bestimmten Personen Einblicke. Seine äußere Form ist die eines Mannes mit einem Ibis-Kopf.
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